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04 · Kopf

Hirnleistungs­training in Erfurt

Wenn Konzentration, Gedächtnis oder Planung nicht mehr tragen, nach Long Covid, einem Schlaganfall oder einer Kopfverletzung, trainieren wir mit dir Kopf und Alltag zusammen. Gezielt, in deinem Tempo, immer mit Blick auf das, was im Alltag zählt.

Für wen

Wann Hirnleistungs­training hilft

Denken läuft meist im Hintergrund, bis es das nicht mehr tut. Nach einer Erkrankung oder Verletzung merkst du das oft zuerst an kleinen Dingen: der Satz, der mittendrin abbricht, der Termin, der trotz Notiz vergessen wird, der Tag, der schon mittags zu Ende ist. Das sind die Beschwerdebilder, mit denen Menschen am häufigsten zu uns kommen:

  • Long Covid

    Nebel im Kopf, schnelle Erschöpfung, Worte, die fehlen. Wir arbeiten mit vorsichtig dosiertem Training und Energieplanung, damit du nicht über deine Belastungsgrenze gehst und der Tag wieder tragfähig wird. Rückschritte durch Überforderung sind bei Long Covid ein bekanntes Risiko, deshalb steigern wir behutsam.

  • Konzentration und Gedächtnis

    Aufmerksamkeit über längere Zeit halten, sich Dinge merken, an einer Aufgabe dranbleiben. Wir üben das am Tisch und computergestützt, immer mit Bezug zu dem, was dir im Alltag wirklich begegnet: Termine, Gespräche, Aufgaben, die mehrere Schritte brauchen.

  • Nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma

    Wenn das Gehirn verletzt war, finden Denken und Handeln oft nicht von allein zurück zu alten Wegen. Wir trainieren beides systematisch und bauen Strategien ein, die einen ausgefallenen Bereich umgehen, statt ihn nur zu belasten.

  • Fatigue und Erschöpfung

    Wenn die Kraft früher aufgebraucht ist als der Tag. Du lernst, deine Energie einzuteilen und Pausen zu planen, bevor sie nötig werden, statt erst zu reagieren, wenn nichts mehr geht. Das gilt besonders dann, wenn Anstrengung im Nachhinein Rückschläge auslöst.

  • Alltagsplanung und Struktur

    Termine, Einkauf, Post, Behördenkram: Wir bauen mit dir Routinen, Checklisten und Hilfen, die den Kopf entlasten, damit nicht jede Kleinigkeit neu durchdacht werden muss.

Auch nach einer Operation am Gehirn oder bei anderen neurologischen Erkrankungen, oder wenn Konzentration und Gedächtnis durch eine psychische Erkrankung mitbetroffen sind, kann Hirnleistungs­training sinnvoll sein. Wichtig ist, dass eine ärztliche Diagnose dahintersteht und die Verordnung das Training als Ziel benennt. Wenn du unsicher bist, ob dein Anliegen dazu passt, ruf uns an: Wir sagen dir ehrlich, was wir anbieten können und was nicht in unseren Bereich gehört.

So arbeiten wir

Dein Weg durch das Training

Denken lässt sich nicht an einem Nachmittag zurückholen. Hirnleistungs­training baut deshalb in Schritten auf: erst verstehen, wo genau es hakt, dann üben, dann das Geübte dorthin tragen, wo es gebraucht wird, und dabei in Kontakt bleiben mit denen, die dich überwiesen haben. So läuft das bei uns ab:

Befund. Am Anfang schauen wir uns an, wo Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung oder Tempo nachlassen, mit Verfahren, die dafür üblich sind, und mit einem Gespräch darüber, wo es im Alltag konkret hakt: das Rezept, das nach zwei Zeilen weg ist, die Verabredung, die durcheinander­gerät. Daraus formulieren wir gemeinsam Ziele, die sich später überprüfen lassen.

Training. Daraus entsteht ein Trainingsplan mit Übungen am Tisch und computergestützt, in wachsender Schwierigkeit, dazu Strategien, die einen Ausfall gezielt umgehen statt ihn nur zu wiederholen. Bei Erschöpfungs­zuständen wie Long Covid oder Fatigue achten wir besonders auf das Tempo der Steigerung und passen an, sobald du zurückmeldest, dass es zu viel wird.

Übertragen. Was in der Therapie gelingt, muss zu Hause und im Beruf tragen. Wir üben deshalb mit Alltagsaufgaben, sprechen über Hilfen, die den Kopf entlasten, wie Notizsysteme oder feste Abläufe, und bauen das Training so um, dass es zu deinem Tag passt, nicht umgekehrt.

Abstimmung. Wir halten Kontakt zu der Ärztin oder dem Arzt, die oder der dich überwiesen hat, und berichten, wie sich Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Alltag entwickeln. So passen Behandlung, Nachsorge und dein Alltag zusammen, und du musst nicht jede Information doppelt weitergeben.

Porträt von Olga Merz
Fachliche Leitung Hirnleistungs­training

Olga Merz

Ergotherapeutin · Kopf und Alltag

Olga leitet den Bereich Kopf und Alltag.

Bei psychischen Erkrankungen und wenn Konzentration oder Gedächtnis nachlassen, findet sie mit dir Schritte, die in deinen Tag passen.

Im Alter

Für ältere Menschen und bei beginnender Demenz

Ein eigenes Angebot für ältere Menschen gibt es bei uns nicht: Hirnleistungs­training ist dafür der richtige Ort. Geübt werden etwa Gedächtnis, Orientierung und Alltags­abläufe, mit dem Ziel, dass der Alltag möglichst selbstständig gelingt. Bei Demenz gibt es dafür eine eigene Diagnosegruppe auf der Verordnung (PS4).

Merkst du bei jemandem aus deiner Familie, dass Gedächtnis oder Orientierung nachlassen, sprich zuerst mit der Hausärztin oder dem Hausarzt: sie oder er klärt ab und stellt bei Bedarf die Verordnung aus. Wir beziehen dich mit ein, ohne über die betroffene Person hinweg zu entscheiden.

Ablauf

In drei Schritten
zum ersten Termin

Schritt 01

Verordnung

Deine Ärztin oder dein Arzt stellt dir eine Heilmittel­verordnung aus.

Schritt 02

Terminwunsch

Du rufst an oder schickst uns deinen Terminwunsch. Vier Angaben genügen.

Schritt 03

Erster Termin

Wir nehmen uns Zeit für den Befund und deine Ziele.

Fragen

Häufige Fragen
zum Hirnleistungs­training

Für wen ist Hirnleistungs­training gedacht?

Für Menschen, deren Denken nach einer Krankheit oder Verletzung nicht mehr so trägt wie vorher, etwa nach Long Covid, einem Schlaganfall oder einer Kopfverletzung. Nicht für gesunde Menschen, die schneller oder leistungsfähiger werden wollen. Grundlage ist immer eine ärztliche Diagnose, aus der sich der Trainingsbedarf ergibt.

Brauche ich eine Verordnung?

Ja, eine Heilmittel­verordnung für Ergotherapie, oft aus Neurologie, Hausarztpraxis oder im Anschluss an eine Reha. Auf der Verordnung steht meist eine neuro­psychologisch orientierte oder eine sensomotorisch-perzeptive Behandlung. Ohne Verordnung können wir kein Training als Kassenleistung beginnen.

Hilft Hirnleistungs­training bei Long Covid?

Es kann helfen, mit Konzentrations­problemen, Wortfindungs­störungen und Erschöpfung umzugehen. Wir dosieren dabei bewusst vorsichtig, weil Überforderung bei Long Covid Rückschläge auslösen kann, die Tage bis Wochen zurückwerfen. Tempo und Pausen bestimmst am Ende du, mit uns als Begleitung.

Wie läuft eine Einheit ab?

Meist ein Teil am Tisch, ein Teil computergestützt oder im Gespräch, dazu Aufgaben, die du zwischen den Terminen zu Hause übst. Wie die Einheit im Einzelnen aussieht, richtet sich nach deinem Befund und danach, wie belastbar du an dem Tag bist.

Merkt man Fortschritte?

Wir erheben zu Beginn und im Verlauf denselben Befund, damit sich Veränderungen vergleichen lassen. Wichtiger ist aber, ob du es dort merkst, wo es zählt: beim Lesen, beim Planen des Tages, beim Erinnern an das, was verabredet war. Beides besprechen wir regelmäßig mit dir.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ja, mit einer Heilmittel­verordnung ist Hirnleistungs­training eine Kassenleistung. Gesetzlich Versicherte zahlen die übliche Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten plus zehn Euro je Verordnung, sofern sie nicht befreit sind. Privat Versicherte reichen unsere Rechnung bei ihrer Versicherung ein.

Termin

Bereit für den ersten Termin?

Ruf uns an oder schreib uns eine E-Mail mit deiner Heilmittel­verordnung. Wir melden uns, um einen Termin zu finden, der zu deinem Tag und deiner Belastbarkeit passt.

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Kontakt

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Adresse
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E-Mail
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Zeiten
Mo–Fr 07:00–18:30 Uhr